Mittwoch, 19. September 2012

Reisebericht 19.9.



19.9.

3. Tag (Mi): Beijing - Xian
Heute besuchen Sie den weitläufigen Platz des Himmlischen Friedens, auf dem sich eine Million Menschen versammeln können. Ein weiterer Glanzpunkt ist Chinas erhabenste Anlage, der Kaiserpalast. Er wurde zu Beginn des 15. Jh. vom Yongle-Kaiser errichtet und ist ein architektonisches Meisterwerk. Danach machen Sie einen Foto-Stopp am markanten Olympia-Stadion. In dieser imposanten Sportstätte wurden 2008 die Olympischen Spiele eröffnet. Zum Abschluss des Tages besichtigen Sie den Sommerpalast. Er ist der größte und am besten erhaltene Garten Chinas. Bestaunen Sie den 728 m langen Wandelgang mit seinen Bildern aus Mythen, Legenden und Romanen und schlendern Sie am künstlich angelegten Kunming-See entlang. Am Abend besteigen Sie den Zug, der Sie über Nacht in die alte Kaiserstadt Xian bringt. 1.200 km/ca. 11 Std. (F, M)

Wir starten wieder um 8 Uhr mit einem kleinen Gepäck für die Zugfahrt zum Himmelstempel. Das große Gepäck wird separat mit dem Zug nach Xian gebracht.
Da es noch relativ früh ist, sehen wir im Park des Himmelstempels viele Menschen beim Morgensport. Es wird getanzt, als Paar oder auch in Reihen und mit großen Fächern, einzelne Menschen machen Tai Shi oder sonstige chinesische Sportübungen, andere nutzen die Bäume als Hilfsmittel. Einige lassen sich den Kopf massieren, wieder andere üben auf ihren Musikinstrumenten und an einer Stelle gibt es so etwas wie einen großen Heiratsmarkt, bei dem Eltern für ihre Kinder Partner oder Partnerinnen suchen. Bei uns wären diese ganzen Sachen undenkbar- man würde ausgelacht. Die Chinesen lieben die freie Luft und sind entsprechend gerne draussen und völlig entspannt bei dieser Art des Exebitionismus.
Im der Anlage des Himmelstempels schaffe ich es, auf dem Mittelpunkt der Erde ein Foto mit dem Froschkönig zu machen.
Diesen Spaziergang genieße ich sehr, denn es gibt viel Leben im Park um den Himmelstempel zu beobachten und das Wetter ist toll.
Es bleibt viel Zeit bis zum Nachmittag, an dem die „Verbotene Stadt“ auf dem Programm steht. Wir werden quer durch die Stadt zu einem Chinesen- Markt gekarrt. Das ist im Nachhinein ziemlich blöd, denn es vergeht viel Zeit und dieser Markt ist entsetzlich. Auf 4 Etagen (mindestens Kaufhof- Köln Größe) verkaufen Händler in kleinen Marktständen ihre Waren: Bekleidung, Uhren, Elektronik, Seide, alles und natürlich nur „echt“. Es wird gehandelt was das Zeug hält. Man darf nichts anschauen, die vielen Verkäufer schauen den Kunden genau in die Augen und holen das, was man kurz fixiert hatte hervor und halten einem einen Taschenrechner mit einer eingetippten Zahl vor die Nase. Diese Preise sind dann bis zum 10- fachen von dem, was letztendlich bezahlt wird. Mit einem T- Shirt habe ich diese Prozedur mitgemacht. Angesehen, TR mit Zahl (120 Yuan), ich gebe 60 Yuan ein, ich will eine größere Größe, auspacken, anhalten, genervte Verkäuferin, noch eine größere Größe, noch einmal auspacken, vor Spiegelanhalten, ich sehe: viel zu kurz,
Verkäuferin hält tiefer, ich will nicht, sie geht mit dem Preis runter, ich will immer noch nicht, sie wird ärgerlich, ich will immer noch nicht und gehe.... aber aus diesen Laden ganz heraus.
Nebenan ist ein Einkaufcenter im westlichen Stil mit Markengeschäften wie Esprit, Adidas, Apple, …. Hier fühle ich mich wohl und ziehe alleine meine Runden bis zum Treffen am Bus.
Wir müssen wieder quer durch die Stadt zum Platz des himmlischen Friedens und zur verbotenen Stadt. Da für anschließend eine Altstadttour geplant ist, komme ich noch einmal mit. Ich hatte überlegt einen Stadtbummel in der Einkaufsstraße zu machen, denn die offizielle Besichtigungstour hatte ich ja schon miterlebt.
Nun ja- die Mittagssonne brennt und der Platz des himmlischen Friedens ist ohne Schatten. Mit meinem Schirm als Sonnenschirm wirke ich wie ein Profi.
Vorbei am Mao- Mausoleum, dem Nationalkongress und dem Nationalmuseum erreichen wir nach ca. einer Stunde den Eingang zur verbotenen Stadt. Ein großes Mao- Bildnis hängt über den mittleren Eingang, der dem Kaiser vorbehalten war. Mit einer großen Menschenmenge ziehen wir durch die vielen Tore und Tempel. Tempel der höchsten Harmonie, Tempel der vollkommenen Harmonie, Tempel zur Bewahrung der Harmonie... eigentlich interessiert mich der Unterschied- es sind wohl Beschreibungen, die nur Chinesen verstehen können.
Diesmal dauert mir der Aufenthalt viel zu lange, denn eigentlich wollte ich ja auch gar nicht mehr mit...
Am Ende stellt sich heraus, dass wir nun so lange unterwegs waren, dass der Altstadtbesuch ausfällt. Wir werden zum essen gefahren. Ein kleines Lokal mit der üblichen Einheitsküche. Da ich kein Mittagessen hatte, schmeckt es mir wieder gut.
Von hier aus werden wir zum Westbahnhof gebracht, wo um 20.45 Uhr unser Zug nach Xian startet. Wegen des dichten Verkehrs in Peking fahren wir recht früh los und sind über eine Stunde vorher da. Um in das Bahnhofsgebäude zu gelangen muss eine Sicherheitskontrolle durchlaufen werden. Ein Bahnhofsgebäude, das von innen wie in einem Flughafen ist. So viele unterschiedliche Menschen sind unterwegs. Touristen wie wir, Handelsreisende, Bauern mit Säcken und Eimern, Frauen mit kleinen Kindern....
Wir fahren erster Klasse, d.h. wir haben ein Vierbettabteil. Zweiter Klasse- Abteile haben 6 Betten- je 3 übereinander und in der 3. Klasse kann man nur sitzen. Da unsere Reisegruppe aus 13 Personen besteht, bleibt eine/r übrig bei den 4- Bettabteilen, das bin ich. Ich bin gespannt auf meine Abteilgenossen. Drei Chinesen mit nem Kontrabass- oder was? Nee, es waren 3 deutsche Touristen, die mit Marco Polo unterwegs waren. Eine jüngere Frau mit ihrem Vater und eine ältere Dame, mit der ich mein Bett unten getauscht habe, da sie nicht oben schlafen wollte. So kam ich wieder zu meinem gewohnten Zugbett und habe gleichzeitig eine gute Tat getan. Die junge Frau kam mir von Ansehen unheimlich bekannt vor- ich habe sie gefragt, ob sie aus Köln komme... Ja sie kam, aber weiter sind wir nicht gekommen, woher ich sie kennen könne.
 Ich gehe schnell schlafen und schlafe prima und lange.
Die 1100 km vergehen wie im Schlaf...

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