19.9.
3.
Tag (Mi): Beijing - Xian
Heute
besuchen Sie den weitläufigen Platz des Himmlischen Friedens, auf
dem sich eine Million Menschen versammeln können. Ein weiterer
Glanzpunkt ist Chinas erhabenste Anlage, der Kaiserpalast. Er wurde
zu Beginn des 15. Jh. vom Yongle-Kaiser errichtet und ist ein
architektonisches Meisterwerk. Danach machen Sie einen Foto-Stopp am
markanten Olympia-Stadion. In dieser imposanten Sportstätte wurden
2008 die Olympischen Spiele eröffnet. Zum Abschluss des Tages
besichtigen Sie den Sommerpalast. Er ist der größte und am besten
erhaltene Garten Chinas. Bestaunen Sie den 728 m langen Wandelgang
mit seinen Bildern aus Mythen, Legenden und Romanen und schlendern
Sie am künstlich angelegten Kunming-See entlang. Am Abend besteigen
Sie den Zug, der Sie über Nacht in die alte Kaiserstadt Xian bringt.
1.200 km/ca. 11 Std. (F, M)
Wir
starten wieder um 8 Uhr mit einem kleinen Gepäck für die Zugfahrt
zum Himmelstempel. Das große Gepäck wird separat mit dem Zug nach
Xian gebracht.
Da
es noch relativ früh ist, sehen wir im Park des Himmelstempels viele
Menschen beim Morgensport. Es wird getanzt, als Paar oder auch in
Reihen und mit großen Fächern, einzelne Menschen machen Tai Shi
oder sonstige chinesische Sportübungen, andere nutzen die Bäume als
Hilfsmittel. Einige lassen sich den Kopf massieren, wieder andere
üben auf ihren Musikinstrumenten und an einer Stelle gibt es so
etwas wie einen großen Heiratsmarkt, bei dem Eltern für ihre Kinder
Partner oder Partnerinnen suchen. Bei uns wären diese ganzen Sachen
undenkbar- man würde ausgelacht. Die Chinesen lieben die freie Luft
und sind entsprechend gerne draussen und völlig entspannt bei dieser
Art des Exebitionismus.
Im
der Anlage des Himmelstempels schaffe ich es, auf dem Mittelpunkt der
Erde ein Foto mit dem Froschkönig zu machen.
Diesen
Spaziergang genieße ich sehr, denn es gibt viel Leben im Park um den
Himmelstempel zu beobachten und das Wetter ist toll.
Es
bleibt viel Zeit bis zum Nachmittag, an dem die „Verbotene Stadt“
auf dem Programm steht. Wir werden quer durch die Stadt zu einem
Chinesen- Markt gekarrt. Das ist im Nachhinein ziemlich blöd, denn
es vergeht viel Zeit und dieser Markt ist entsetzlich. Auf 4 Etagen
(mindestens Kaufhof- Köln Größe) verkaufen Händler in kleinen
Marktständen ihre Waren: Bekleidung, Uhren, Elektronik, Seide, alles
und natürlich nur „echt“. Es wird gehandelt was das Zeug hält.
Man darf nichts anschauen, die vielen Verkäufer schauen den Kunden
genau in die Augen und holen das, was man kurz fixiert hatte hervor
und halten einem einen Taschenrechner mit einer eingetippten Zahl vor
die Nase. Diese Preise sind dann bis zum 10- fachen von dem, was
letztendlich bezahlt wird. Mit einem T- Shirt habe ich diese Prozedur
mitgemacht. Angesehen, TR mit Zahl (120 Yuan), ich gebe 60 Yuan ein,
ich will eine größere Größe, auspacken, anhalten, genervte
Verkäuferin, noch eine größere Größe, noch einmal auspacken, vor
Spiegelanhalten, ich sehe: viel zu kurz,
Verkäuferin
hält tiefer, ich will nicht, sie geht mit dem Preis runter, ich will
immer noch nicht, sie wird ärgerlich, ich will immer noch nicht und
gehe.... aber aus diesen Laden ganz heraus.
Nebenan
ist ein Einkaufcenter im westlichen Stil mit Markengeschäften wie
Esprit, Adidas, Apple, …. Hier fühle ich mich wohl und ziehe
alleine meine Runden bis zum Treffen am Bus.
Wir
müssen wieder quer durch die Stadt zum Platz des himmlischen
Friedens und zur verbotenen Stadt. Da für anschließend eine
Altstadttour geplant ist, komme ich noch einmal mit. Ich hatte
überlegt einen Stadtbummel in der Einkaufsstraße zu machen, denn
die offizielle Besichtigungstour hatte ich ja schon miterlebt.
Nun
ja- die Mittagssonne brennt und der Platz des himmlischen Friedens
ist ohne Schatten. Mit meinem Schirm als Sonnenschirm wirke ich wie
ein Profi.
Vorbei
am Mao- Mausoleum, dem Nationalkongress und dem Nationalmuseum
erreichen wir nach ca. einer Stunde den Eingang zur verbotenen Stadt.
Ein großes Mao- Bildnis hängt über den mittleren Eingang, der dem
Kaiser vorbehalten war. Mit einer großen Menschenmenge ziehen wir
durch die vielen Tore und Tempel. Tempel der höchsten Harmonie,
Tempel der vollkommenen Harmonie, Tempel zur Bewahrung der
Harmonie... eigentlich interessiert mich der Unterschied- es sind
wohl Beschreibungen, die nur Chinesen verstehen können.
Diesmal
dauert mir der Aufenthalt viel zu lange, denn eigentlich wollte ich
ja auch gar nicht mehr mit...
Am
Ende stellt sich heraus, dass wir nun so lange unterwegs waren, dass
der Altstadtbesuch ausfällt. Wir werden zum essen gefahren. Ein
kleines Lokal mit der üblichen Einheitsküche. Da ich kein
Mittagessen hatte, schmeckt es mir wieder gut.
Von
hier aus werden wir zum Westbahnhof gebracht, wo um 20.45 Uhr unser
Zug nach Xian startet. Wegen des dichten Verkehrs in Peking fahren
wir recht früh los und sind über eine Stunde vorher da. Um in das
Bahnhofsgebäude zu gelangen muss eine Sicherheitskontrolle
durchlaufen werden. Ein Bahnhofsgebäude, das von innen wie in einem
Flughafen ist. So viele unterschiedliche Menschen sind unterwegs.
Touristen wie wir, Handelsreisende, Bauern mit Säcken und Eimern,
Frauen mit kleinen Kindern....
Wir
fahren erster Klasse, d.h. wir haben ein Vierbettabteil. Zweiter
Klasse- Abteile haben 6 Betten- je 3 übereinander und in der 3.
Klasse kann man nur sitzen. Da unsere Reisegruppe aus 13 Personen
besteht, bleibt eine/r übrig bei den 4- Bettabteilen, das bin ich.
Ich bin gespannt auf meine Abteilgenossen. Drei Chinesen mit nem
Kontrabass- oder was? Nee, es waren 3 deutsche Touristen, die mit
Marco Polo unterwegs waren. Eine jüngere Frau mit ihrem Vater und
eine ältere Dame, mit der ich mein Bett unten getauscht habe, da sie
nicht oben schlafen wollte. So kam ich wieder zu meinem gewohnten
Zugbett und habe gleichzeitig eine gute Tat getan. Die junge Frau
kam mir von Ansehen unheimlich bekannt vor- ich habe sie gefragt, ob
sie aus Köln komme... Ja sie kam, aber weiter sind wir nicht
gekommen, woher ich sie kennen könne.
Ich gehe schnell schlafen und schlafe prima und
lange.
Die
1100 km vergehen wie im Schlaf...
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