Mo,
17.09.12
17.9.:
1.
Tag (Mo): Beijing
Sie
kommen am Morgen in Beijing an. Die Hauptstadt Chinas wartet darauf,
von Ihnen in den nächsten Tagen erkundet zu werden. Heute noch
besuchen Sie den Himmelstempel, der den Kaisern der Ming- und
Qing-Zeit als Opferstätte diente. Zweimal im Jahr wurde hier für
eine gute Ernte gebetet. Die Halle des Ernteopfers strahlt in ihren
Dimensionen eine geradezu perfekte Harmonie aus. Sie haben Lust auf
Entspannung? Dann gönnen Sie sich doch zum Abschluss des Tages eine
Fußreflexzonenmassage (Buchung und Bezahlung vor Ort). Sie
übernachten im Qianmen Jianguo Hotel 3,5 Sterne (Zusatznächte
separat buchbar). Programmbeginn: ca. 14 Uhr ab Hotel. (A)
Konnte
gestern Abend nach einer Woche wieder direkten Kontakt in die Heimat
aufnehmen- war ganz schön positiv aufgekratzt und bin erst sehr spät
eingeschlafen- hätte den Abflug der anderen gegen 2 Uhr noch wach
miterleben können...
Wache
dennoch früh auf und will mir Zeit für meinen Kram nehmen. Gehe vom
ursprünglichen Plan, in die Stadt zu gehen und erst spät aus zu
checken weg.
Vor
der ausführlichen Dusche gehe ich frühstücken. Die vielen jungen
Servicekräfte sind ihrer Aufgabe nicht gewachsen. Freundlichkeit
alleine reicht nicht. Sie füllen die fehlenden Sachen am Buffett
nicht nach, decken die Tische nicht neu ein und erkennen nicht, was
die unterschiedlichen Gäste wohl wünschen. Das Einzige- die Teller
werden sofort wenn der letzte Bissen im Mund ist weggenommen- egal ob
man noch nachnehmen möchte oder nicht. Für jede Tasse Kaffee muss
man aufstehen....
Nun
ja- ich will nicht meckern, aber den äußeren Anschein, den sich das
Hotel gibt kann es nicht halten.
Da
ich noch einmal in meine neuen Reiseunterlagen geschaut habe, bemerke
ich, dass es nicht nur den Treffpunkt um 14 Uhr gibt, sondern auch
die Ankunft der Gruppe gegen 11 Uhr im Hotel. Ich nehme mir vor dann
auch da zu sein.
Entsprechend
zügig packe ich meine Sachen ein und muss dann lange an der
rezeption warten, um aus zu checken- wieder ein deutlicher
Servicemangel... gefolgt von der schwachen Taxibestellung... Nun ja,
für einen Pauschalpreis von 50 Yuan (6,50€) komme ich zum neuen
Hotel, was etwas weiter südlich liegt. Endlich sehe ich aus dem
zugigen Taxi Stadtviertel, die nicht so herausgeputzt aussehen.
Vielleicht komme ich gleich dazu , dort zu bummeln, wenn sich die
anderen vom Flug und der Zeitverschiebung ausruhen.
Da
werde ich wohl einen deutlichen Vorteil zu den anderen haben.
Kurz
vor 11 Uhr trifft ein Bus mit deutsch sprechenen Touristen ein- in
der Tat- sie gehören zu meiner neuen Gruppe.
Wir
bekommen die Zimmerschlüssel und verabreden uns für 13.30 Uhr.
Es
ist genügend Zeit, um alleine durch die Straßen in der Gegend zu
schlendern. Ich kaufe mir in einem Kaufhaus etwas Obst und muss mich
in eine lange schlange an der Kasse einreihen.nEs geht alles geordnet
zu, eine gewisse Unruhe und Hektik ist jedoch zu spüren. Die
Mittagspause ist wohl begrenzt.
Auf
den Bürgersteigen werden Obst und Gemüse von kleinen fliegenden
Händlern verkauft. Es sind Doppeldecker- Busse bis hin zu allen
Variationen von Fahrradtransportmitteln unterwegs. Zu guter Letzt
finde ich sogar einen Flohmarkt, auf dem von Steinen über Bücher
und Gefässe alles mögliche zu finden ist.
Am
Ausgang bemerke ich, dass es eine Art Baumarkt ist, bei dem viele
große Steinfiguren und Buddhas zu kaufen gibt.
Vor
der ersten Tour mit der neuen Gruppe mache ich mich im Zimmer frisch-
einen Luxus, den ich jetzt wohl über längere Zeit nutzen kann.
Dann
gibt es eine Programmänderung; wir fahren heute zum Olympiapark und
zum Sommerpalast.
Den
Olympiapark habe ich noch nicht gesehen- beeindruckende Stadien und
Gebäude... das Vogelnest (Olympiastadion) ist oval und aus
Stahlbändern gebaut, das gegenüberliegende Schwimmstadion ist
rechteckig und aus transparenten, blau schimmernden Plexiglaswaben
gebaut. Die einzelnen Elemente sehen aus wie Körperzellen. Hier
findet man, wie so oft, die Jing und Jang Philosophie: hart mit rund
, eckig mit organisch....
Ich
kann beobachten, wie 4 Arbeiter sich im oberen Bereich des Stadions
abseilen und mit Wasserschläuchen versuchen die Metallteile zu
säubern. Es scheint mir ein unmögliches Unterfangen zu sein.
Überhaupt ist dieses Stadion wohl nach der Olympiade ein Gebäude
ohne Nutzen. Diese 100 000 Menschen fassende Anlage wird maximal 3- 4
Mal jährlich für eine Sport- oder Musikveranstaltung genutzt.
Danach
fahren wir zum Sommerpalast.
Schon
vor dem Eingang machen die ersten Mitreisenden Negativerfahrungen mit
den Straßenhändlern... Egal ob Kappen- oder Uhrenkauf, als
Wechselgeld bekommen die beiden Rubel zurück, ohne es zu merken.
Unsere aufmerksame Dolmetscherin versucht es noch rückgängig zu
machen. In einem Fall gelingt es, die andere verkäuferin macht sich
geschickt aus dem Staub.
Ich
bekomme noch ein paar weitere Einblicke als beim ersten Besuch. Wir
schauen in die Palastgebäude hinein- die Fensterscheiben sind mit
einer dicken Fettschicht überzogen, denn die vielen Menschen drücken
sich hier die Nasen platt, um das Bett des Kaisers zu sehen ;-)
Es
ist schon kurz vor 18 Uhr und die Abendsonne lässt den See in ein
wunderbar warmes Licht erscheinen. Da waren schon hervorragende
Garten- und Landschaftsarchitekten am Werk!!!! Auch hier wieder Jing
und Jang an allen Ecken.
Meine
Mitreisenden sind reichlich müde von der Anreise. Bald geht es zu
einer „Touristenfutterstelle“. Fast alle sind begeistert- ich bin
gespannt wie lange das anhält.
Wir
essen an 2 großen runden Tischen und bekommen alles in Schüsseln
auf einer drehbaren Glasplatte serviert. Ich gebe mir Mühe
wenigstens die Hälfte meines Essens auch mit Stäbchen zu essen.
Das
österreichische Ehepaar, L. und H., wollen beim Hardrock Cafe
Peking aussteigen und dann mit dem Taxi zum Hotel zurück kommen. Das
finde ich eine gute Idee und schließe mich ihnen an. Die beiden
werden beim Bier meine ersten privateren Kontakte und wir duzen uns.
Die beiden sind Irlandfans und schon gibt es Gesprächsstoff. Die
Taxifahrt zum Hotel kostet 21 Yuan (knapp 3€) - da bin ich heute
morgen ganz gut übers Ohr gehauen worden....
Im
Hotel sitze ich noch in der Lobby und habe wieder Kontakt nach Hause.
Mein
Zimmer ist ganz nett, aber leider ein Raucherzimmer, was man riecht.
Wegen meines Hustens lasse ich die Klimaanlage aus, aber den alten
Qualm der Raucher riecht man trotzdem. Beim nächsten Hotel muss ich
darauf achten, dass ich ein Nichtraucherzimmer bekomme.
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