Freitag, 31. August 2012

Reisetagebuch 006

Fr, 31.08.12
Nach dem Frühstück folgen ein Spaziergang durch das Dorf und ein begleiteter Taigaausflug inkl. einer Bootsfahrt auf der Birjusa durch unberührte Natur. Picknick in der Wildnis am Fluss. Abends Transfer zum Bahnhof und Abfahrt von Taischet nach Irkutsk um 23.37 Uhr mit Zug Nr. 87. Hinweis: Sie bekommen ein Frühstückspicknick mit, da der Zug keinen Speisewagen hat und Sie relativ spät in Irkutsk ankommen.
(F/M/A)

Mal wieder habe ich schlecht in den Schlaf gefunden, obwohl eine Nacht in einem richtigen Bett schon ein gewisser Luxus darstellt.
Ein opulentes Frühstück ist bereitet. Spiegelei, Kasslerfleisch, Tomaten, Butter, Sauerrahm und leckeres Brot.
In zwei Gruppen verbringen wir den Tag.
Wir fahren am Morgen mit zwei Booten über den Fluss mit Morgennebel bis zu einer Ausstiegstelle. Von dort aus klettern wir einen Hügel hoch in die Taiga. Unser Führer, Aleksejs Schwager, kennt sich in Sachen Natur gut aus. Er Erzählt von den angezapften Birken, die im April einen Saft liefern, den Pilzen und Kräutern und den Tieren, die hier gejagt werden. Wir sind beeindruckt von dem Flusspanorama und fotografieren wieder um die Wette.
Mit den Booten werden wir zu einer Picknickstelle gefahren. Unsere Begleiter haben eine komplette Kochausrüstung dabei. In Windeseile wird ein Feuer entfacht und mit 3 Töpfen Wasser und Kartoffeln gekocht. In der Zwischenzeit wird der Salat zubereitet und Brot geschnitten. Wir Touristen unterstützen die beiden, die aber alles im Griff haben. Mikael sucht Kräuter und Hagebutten für den Tee und in einem perfekten Timing bei noch besserem Wetter ist alles bereitet. Dass die beiden das nicht zum ersten Mal machen, merkt man schon daran, dass das Feuer bei unserer Weiterfahrt niedergebrannt ist. Selbst die Holzmenge stimmte genau.
Nach diesem Ausflug trafen wir auf unsere Führerin durchs Dorf.
Das 600 -Seelen- Dorf hat eine Schule einen Laden, ein Kinderheim und keine Brücke mehr. Diese Brücke, die eigentlich die kürzeste Verbindung zur nächstgelegenen Stadt war,  ist vor 7 Jahren im Winter von den Dorfbewohnern abgebaut worden, da die dicken Eisschollen des Flusses sie zum Einsturz gebracht hätte und dadurch mehr Schäden entstanden wären.
Zur Sowjetzeit gab es 3 Autos- mittlerweile 100. 120 Kinder besuchen die Schule, 80 Kinder leben in dem Kinderheim.
Die Farben der Häuser sind neben denen Holztönen blau und grün. Die Verzierungen rund um die Fenster sind typisch und man findet sie in allen Variationen überall.
Die Dorfjugend läuft mit Handys Musik- hörend durch die Straßen und begucken uns Touristen genau so, wie wir ihr Dorf.
Morgen ist der 1.9.- der erste Schultag in jedem Jahr. Dieser Tag wird wie ein Feiertag begangen. Blumensträuße werden gepflückt und Vorbereitungen für ein besonderes Essen werden getroffen.
Wir nehmen einen Zug 2 Stunden früher und werden rechtzeitig zum Bahnhof gebracht. Aleksej bekommt die Paninis für das Kinderheim....

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