Donnerstag, 30. August 2012

Reiestagebuch 005

Do, 30.08.12

Ankunft in Taischet um 21.11 Uhr. Transfer zu Ihrer Unterkunft: Entweder in einem typisch sibirischen Holzhaus in dem Dorf Birjusa (ca. 12 km) oder im Hotel in Taischet (Aufpreis p.P. im Doppelzimmer € 50,- bzw. im Einzelzimmer € 70,-). Abendessen für alle im Dorf. (A)

Nun sind wir in Sibirien.
Vor dem Ural machten die Ortschaften einen heruntergekommen trostlosen Eindruck. Das hat sich hier gewandelt. Es kommt mehr Farbe ins Spiel, die Häuser sehen ordentlicher aus und die Gärten sind liebevoll angelegt. Die Birkenwälder wandeln sich in Mischgebiete- das scheint schon die Taiga zu sein.
Bei den Haltepunkten der Bahn werden wir mutiger uns vom Zug zu entfernen und mit den Babuschkas, die ihre Waren anbieten, zu verhandeln und auszuwählen. Zwischen zwei Haltepunkten fahren sogar Frauen mit, die ihre Handarbeiten, Schals, Tücher, Socken und Handschuhe verkaufen wollen. Ich bezweifel, dass es sich dabei um wirkliche Handarbeiten handelt, es sieht teilweise maschinell hergestellt aus.
Eine unserer Zugbegleiterinnen fragt uns was wir in Taischet wollen, dort sei doch gar nichts los. Das ist es wohl, was uns geboten werden soll und was wir wollen/ gebucht haben.
So mühsam, wie wir uns eingerichtet haben, müssen wir jetzt zusammenpacken.
Der Zug soll nur 2 Minuten halten- ob wir den Ausstieg in der Zeit schaffen???
Na klar- geschafft. Wir werden von Aleksej am Bahnsteig abgeholt. Ohne Phillips Hilfe hätte ich mein Gepäck nicht die langen Treppen hinauf und hinunter geschafft.
Vor dem Bahnhofsgebäude steht ein alter Bus aus dem Kinderheim und Aleksejs Chevrolett mit denen wir nach Birjusa gefahren werden. Die Gruppe wird auf 3 verschiedene Herbergen aufgeteilt. Valentina , die Schwiegermutter von Aleksej, ist meine Gastgeberin. Wir werden als erstes mit einem deftigen Abendessen versorgt. Es gibt Kartoffelbrei, Brühwurst und Salat. Alles aus eigener Herstellung. Dann bekommen wir eine Einführung in die russische Banja (Saune, Waschraum). Wir sollten sie zu zweit nutzen. Ludmilla ist so langsam, dass ich schon fertig bin als sie ankommt. Es war logistisch nicht ganz einfach die richtige Wassertemperatur aus kochendem und eisigem Wasser zu mischen und es dann noch aus den großen Schüsseln auf den Kopf zu befördern, um das Schampo auszuwaschen. Die Schüssel war so schwer, dass sie mit 2 Händen gehoben werden musste und das Schampo ohne die entsprechenden Handbewegungen ging nur schwer aus den Haaren.

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