Dienstag,
den 8.1.2013 der 1. und 2.
19
Uhr Ortszeit

Das
war nun mein zweiter 8. Januar 2013- schon komisch, dass sich die
Tage doppeln. Am Ende dieser Reiseetappe werde ich ja einen Tag
einfach aus meinem Leben streichen müssen, es lohnt sich also nicht
wirklich auf diese Weise den Alterungsprozess aufhalten zu wollen.
Nach
3 Monaten Tagebuch- Abstinenz versuche ich nun einmal meine Eindrücke
niederzuschreiben. Der Flug von Christchurch nach Auckland war ohne
Probleme, leider ohne Fensterplatz, so dass ich die Landschaften, die
ich ja nun von der Erde aus kenne von oben zu betrachten- das Wetter
wäre dafür ideal gewesen.
Diesmal
habe ich einen Fensterplatz. Ich versuche zu erkennen wo ich schon
gewesen bin. Natürlich erkenne ich Teile von Auckland- den One-Tree
Hill und den Fernsehturm und auch ein paar Boote. Nach einer kurzen
Meerpassage überqueren wir vermutlich die Coromandel Halbinsel.
Obwohl wunderschöne Sandstrände zu erkennen sind, erkenne ich
nichts wieder, weder Port Jackson noch Hahei. Egal- es geht ja jetzt
auch in die Südsee und ich freue mich darauf.
Meine
australische Sitznachbarin ist ganz begeistert von den Cook Islands-
sie reist immerhin zum 2. Mal mit ihrer Familie dorthin. Offenbar bin
ich in meiner Jeans und meinem kurzärmeligen T-Shirt ihrer Meinung
nach viel zu warm angezogen für das, was mich in 3,5 Stunden
erwarten soll. Mal schauen- hier im Flieger fühle ich mich durchaus
richtig angezogen....
Es
wird schnell dunkel und nach hinten geschaut erkennt man einen
grandiosen Sonnenuntergang. Ganz viel rot und schwarz- nach vorne ist
einfach nur dunkele Nacht. Der Flugschreiber sagt auch, dass wir uns
in der Nähe der Datumsgrenze bewegen. Ich stelle meine Uhr um und
schlafe noch ein wenig, denn wir kommen ja gestern um 1.30 Uhr in der
Nacht an. Beim Ausfüllen der Einreise- und Zollerklärung wird mir
ein wenig mulmig. Sind die hier wohl genau so komisch wie bei der
Einreise nach NZ? Die Fragen nach Pflanzen und tierischen Produkten,
z.B. Honig deuten sehr darauf hin. Was bleibt mir nichts anderes
übrig, als anzugeben, dass ich da etwas dabei habe und auch Alkohol-
ganze 2 Liter Wein.
Bei
der Einreise läuft es ganz schnell. Das ging ja schon mal gut.
Direkt hinter dem Einreisetresen laufen die Koffer durch- quasi alles
in einem Raum. Wie wird das nun am Zoll? Kofferdurchleuchtung? Meine
Zollerklärung wirft Fragen auf. Ein älterer Herr interessiert sich
für meine kleine Handgepäcktasche. Immerhin ist da eine Flasche
Wein drin. Nun befragt er mich zu meiner Zollerklärung. Ich sage
ihm, dass ich ein paar Sachen für mein erstes Frühstück hier dabei
habe und er und seine Kollegin geben sich damit zufrieden und wollen
meine Sachen gar nicht erst ansehen.
Puh-
nun nur noch meinen Transfer finden. Viele Veranstalter stehen mit
Schildern in der Ausgangshalle und eine Offizielle, mit
Flughafenuniform kommt auf mich zu und hilft mir weiter. Sie verweist
mich an einen Tresen und dort frage ich nach dem Sunrise Beach
Bungalow Park. Die Leute dort deuten auf eine hinkende Frau mit einer
Socke und einem Flip Flop. Ich gehe zu ihr und sie überfällt mich
mit einem Redeschwall. Sie ist alles andere als das, was man sich als
polynesische Frau vorstellt. Dünn bist dürr, groß, mit ganz harten
Gesichtszügen und scheinbar hyperaktiv. Sie rennt noch hin und her
und kommt zurück und sagt zwar, dass noch ein Paar ankommen muss,
sie mich nun aber schon in den Park bringt. Ich steige in einen recht
neuen japanischen PKW ein, den man kaum hört. Sie kutschiert mich
durch den Hauptort Avarua. Es ist stockdunkel und nichts zu erkennen.
Während der Autofahrt kommt ein wenig relaxtes Gefühl auf. Man
fährt hier nicht schneller als 50km/h. C.`s Redeschwall ist
vielleicht auch dazu da, dass sie selber wach bleibt. Ihr „Darling“
oder „Lovley Margareta“ geht mir schon ziemlich auf den Wecker.
Da ich im Finsteren ankomme, erkenne ich sowieso nichts von der
Umgebung. Mit der „Seaside“ soll es diese Nacht aber noch nicht
klappen- was soll`s. Es ist feucht in der Luft und immer noch recht
warm und das Häuschen riecht nach Müpfel. O.K. Was will man
erwarten, wenn man direkt am Meer wohnen will und das Klima das seine
dazu tut.
Ich
ziehe ein und C. fährt zurück zum 9 km entfernten Flughafen. Ich
gehe ins Bett und bin hellwach. Das Buch, was ich nun anfange zu
lesen hilft mir aber auch noch nicht in den Schlaf- die nicht zu
erkennende Fremde scheint mich zu beschäftigen.
Dann
bringt die Nacht mir doch noch den erhofften Schlaf. Um 9.30 Uhr
werde ich erst wach und mache mir ein Frühstück. Weisses Toastbrot,
Philadelphia, Honig und Marmelade. Und Kaffee natürlich- draussen
auf der Terrasse mit Meerblick aber durch eine Häuserlücke
hindurch.
Hier
gibt es außer Hühnern und einem Hahn, 2 Hunden und 3 Katzen
unzähliges Kleingetier- wohl üblich für diese Gegend. Die Ameisen
und Käfer tun aber nichts und machen mir auch nichts aus. Auf dem
Grundstück hier ist mitten zwischen den Bungalows auch ein Friedhof
mit uralten Gräbern, aber auch eins neueren Datums. Diese Art
Friedhöfe sieht man überall.
Nach
dem Spülen gehe ich dann zu den Gastgebern. Wir besprechen was ich
so vorhabe.
Ich
möchte ein Moped mieten und meinen Tagesausflug nach Aitutaki
machen, einer kleineren Nachbarinsel, die Angelika mir sehr ans Herz
gelegt hat. B., C. Partner fährt mich und ein junges
niederländisches Pärchen zur Mopedvermietung nach Muri. Es geht
alles sehr korrekt und wichtig zu, d.h. es braucht entsprechend Zeit.
Um 12 Uhr bin ich dann endlich Mieterin einer kleinen 125 ccm
Automatik Yamaha. Bis Sontag um 12 Uhr soll dieses Gefährt jetzt
meins ein. Jetzt muss ich nach Avarua zur Polizei, um mir die
offizielle Driver Lizenz zu erwerben.
Die
Polizeistation ist gar nicht zu verfehlen, denn die Mopedreihen, die
davor stehen sind nicht zu übersehen. Ca. 15 Personen sind vor mir
daran mit Führerschein aus dem Heimatland vorlegen und Passfoto
machen lassen und 20 Dollar bezahlen und dann einen richtigen
laminierten Führerschein zu bekommen. Es ist sowieso High Noon, so
dass ich ganz froh bin im Schatten zu stehen. Der Schweiß tropft
trotzdem aus jeder Pore. Nach ungefähr einer Stunde bin ich fertig.
Gleich spreche ich den ersten Passanten auf der Straße an, ob er
mich mit meinem neuen Führerschein vor der Polizei fotografieren
kann.
Das
Ganze ist eine gute Einnahmequelle für den Staat(?) und so ca. 4-5
Beamten haben eine Dauerstellung.
Nun
mache ich mich auf einen Erkundungsgang zu Fuß durch die westliche
Seite des Orts.
Danach
mache ich meinen Wocheneinkauf und fahre nach Hause, denn da steht
mir ja noch ein Umzug bevor. Mein neues Heim ist heute noch
angestrichen worden- von außen.
Es
ist immer wieder bedeckt am Himmel und es fiselt auch, aber
gleichzeitig ist es so warm, dass man sich darüber freut. Beim
Moped- Fahren mache ich es übrigens so, wie ich es zu Hause nie
machen würde- ich fahre mit kurzer Hose und Top, aber mit Helm, was
schon für Aufsehen sorgt.
Vor
dem Abendessen will ich aber auf jeden Fall die Insel einmal
umrunden. Die gut 30 km sind ja mit kleinen Stops bei einer
Geschwindigkeit von 40- 50 km/h in einer Stunde zu schaffen. Einige
Fotostops muss ich einlegen, bevor ich dann durchgeschwitzt mein zu
Hause erreiche.
Eine
Stunde konnte ich noch im Hellen draussen auf der Terrasse sitzen, um
20 Uhr ist es hier so stockdunkel, dass man nicht mehr nach draussen
möchte.
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