Sonntag, 7. Oktober 2012

7. Oktober 2012




7.10.2012

Nun bin ich schon fast eine Woche in Neuseeland. Ich lebe bei meiner Schulfreundin Angelika, die ich schon seit mehr als 40 Jahre kenne. Sie wohnt in Christchurch, der Stadt, die in den letzten 2 Jahren von vielen Erdbeben heimgesucht wurde. Für Angelika bedeutete dies auch, dass sie ihr Haus verlassen musste und kurz vor meiner Ankunft hier ein neues Haus bezogen hat. Ich freue mich sehr darüber, dass ich ihr helfen kann das Haus und das Grundstück zu beziehen und einzurichten. Es ist für mich die ersehnte Erholung von 5 Wochen Gruppenleben mit engem abwechslungsreichem Programm.
Mein Alltag bestand in der letzten Woche hauptsächlich aus anstreichen, Regale aufbauen, Kartons aus- und umpacken, sauber machen und Gartenarbeit. Viele Sachen davon haben sehr viel Spaß gemacht! Es ist sehr befriedigend am Abend zu sehen, was man geschafft hat.
Nun bin ich fast Expertin im „Zitronenbaum beschneiden“- viele Meinungen und auch den großen Freund Google habe ich zu Rate gezogen. Nun hoffe ich in den nächsten Monaten auch noch die Früchte meiner Arbeit ernten zu können.
Christchurch liegt fantastisch- zwischen schneebedeckten Bergen sanfteren grünen Hügeln und einem blau-lila schimmernden Meer. Eine Stadt mit einem ganz langen Strand. Es ist kaum zu glauben, dass ich in einer so großen Stadt wohne. Nachdem ich die chinesischen Megastädte erlebt habe ist Christchurch mit 300 000 Einwohnern richtig „klein“. Es kommt kein wirkliches Stadtgefühl auf. Nur ganz wenige Häuser in der Innenstadt haben noch 8- 10 Stockwerke. Es gibt nur Einfamilienhäuser auf großen Grundstücken mit vielen Bäumen. So sieht keine deutsche Großstadt aus. Es ist alles beschaulich und schmuck.
Der Frühling zieht mit aller Gewalt ein. Der morgentliche Spaziergang durch den nahgelegenen Park zeigt, wie das Grün der Bäume sprießt. Statt des Pflaumenkuchens, den ich noch vor meiner Abreise gebacken habe, gibt es hier bald Erdbeerkuchen. Es ist ein komisches Gefühl 3x hintereinander den Frühling mit dem anschließenden Sommer zu erleben....
Und noch eine Sache, die mich hier irritiert. Mein eigentlich ganz gut ausgeprägter Orientierungssinn braucht lange sich auf den neuen Lauf der Sonne einzustellen. Ich tue mich schwer eine Orientierung zu finden, da ich mich offenbar immer am Sonnenstand und den dazugehörigen Himmelsrichtungen orientiere. Dass die Mittagssonne im Norden steht ist ganz schön komisch...
Das Autofahren im Linksverkehr klappt schon ganz gut- ein paar Besonderheiten gibt es wohl, daran kann man sich schnell gewöhnen.

Dienstag, 2. Oktober 2012

Ankunft in Christchurch, Neuseeland




... Blick aus dem Flugzeug beim Anflug auf Christchurch



..... erste Begegnung mit "Umzug" der besonderen Art .
Davon hat A. leider nur geträumt.


... Container- City
so versucht man wieder etwas Leben in die Innenstadt zu bekommen




... am Strand....

Sonntag, 30. September 2012

Reisebericht 30.9.




30.9.
14. Tag (So): Hongkong
Heute endet Ihre erlebnisreiche und unvergessliche Reise durch das Reich der Mitte. Mit vielen neuen Eindrücken und dem ein oder anderen Souvenir im Gepäck kehren Sie nach Deutschland zurück. (F) Ende der Rundreise.

Nun ist es 11.30 Uhr und meine Gruppe ist weg. Ich sitze im Flughafen, kann ins Internet und muss aber noch ca. 4 Stunden warten, bis ich mein Gepäck einchecken kann.
Der Abschied von einigen war nun doch etwas rührend- wir haben eine intensive Zeit miteinander gehabt. 

Ich kann es gar nicht fassen, was ich alles so erlebt und gesehen habe. Die Vorstellungen und das Wissen um die Situation in China und auch in Hongkong waren so unheimlich verklärt und stereotyp. Das was jetzt dazu gekommen ist ist sicherlich nur ein kleiner Ausschnitt aber lässt den Blick auf die gesamte Welt in ein ganz anderes Licht erscheinen.
Deutschland, Europa, Globalisierung, arme und aufstrebende asiatische Länder, fremde Kulturen und Mentalität, Glaube und Aberglaube....
In 18 Stunden bin ich in Neuseeland. Ich hoffe das Leben geht dort für mich etwas langsamer....


Samstag, 22. September 2012

Reisebericht 22.9.




22.9.
6. Tag (Sa): Xian - Shanghai
Sie fliegen in die quirlige Metropole Shanghai (ca. 2 Std.). Hier wartet ein besonderes Erlebnis auf Sie: Eine Fahrt mit dem Transrapid. Am Nachmittag erkunden Sie den Yu-Garten, ein herausragendes Beispiel für die chinesische Gartenbaukunst. Im Anschluss spazieren Sie durch die engen Gassen der Altstadt. Zahlreiche Imbissstände, Kunsthandwerkstätten und Märkte reihen sich aneinander. Hier findet sich garantiert das ein oder andere Souvenir. Auch das berühmte Teehaus mit der Zick-Zack-Brücke befindet sich in der Altstadt. Sie übernachten im Yafan Longmen Hotel 4 Sterne. (F, M)


Heute starten wir um 8 Uhr mit dem Bus zum Flughafen, der ca. 30km nordöstlich liegt und fliegen zum 1500km entfernten Shanghai. Es ist trocken aber sehr diesig. Am Flughafen verabschieden wir unseren faulen Reiseleiter. Wir sind unzufrieden mit der Art, wie er uns ohne Informationen lässt und wie wenig engagiert er ist.
Im Flugzeug bekommen wir trotz der nur 2- stündigen Flugzeit sogar etwas zu essen, so dass die meisten Seelen glücklich sind.
Das Wetter ist so schlecht, dass beim Landeanflug auf Pudong (Shanghai) kaum etwas zu sehen ist.
Nach dem Auschecken empfängt uns der neue Reiseleiter. Wir fahren mit dem Transrapid die 30 km in die Stadt mit einer Höchstgeschwindigkeit von 300km/h- 430 km/h wären möglich. Dann folgt gleich ein Stadtprogramm. Die Sicht ist schlecht, aber die Skyline von Shanghai versucht jeder auf Platte zu bannen. Anders als in Peking sieht man hier im Stadtbild Altes neben Neuem. Es sieht nicht so perfekt aus. Shanghai hat über 20 Mio Einwohner und ist die größte Stadt Chinas.
Wir besuchen den einzigen buddhistischen Tempel der Stadt. Er liegt in einem alten Stadtteil, Bettler und Menschen mit ihren teils kranken Kindern stehen in der Straße um zu betteln. Das Bild überfordert uns. Anders als in den mongolischen Tempeln konnte hier fotografiert werden, während die Mönche beteten. Viele Gäste zündeten Räucherstäbchen an und waren dort zum kurzen Gebet. Die Besonderheit dieses Tempels ist eine große weibliche Buddha- Statur aus Jade. Nur diese durfte nicht fotografiert werden. Nach dem Rundgang wurden wir ins Hotel gebracht. Es liegt im Nordosten der Stadt. Wir machen uns frisch und schon geht es wieder in die Stadt zum Essen. Diesmal war das Essen besonders knapp- viele sind nicht satt geworden. Es war zwar lecker und das Lokal war nett. Zu Zehnt ging es dann zu einer Lichterfahrt bei Nacht. Zuerst wurden wir auf den „Bund“ gebracht- der Seite am Fluss, gegenüber der so bekannten Skyline von Pudong. Pünktlich um 19 Uhr erleben wir mit, wie die Hochhäuser erleuchtet werden. Schiffe als Werbeträger von Phillips oder VW ziehen vorbei. An unserer Seite sind die großen Kolonialhäuser zu sehen, die ebenfalls bis 22 Uhr wunderbar beleuchtet werden. Diese alten englischen Villen aus dem Anfang des vorletzten Jahrhunderts beherbergen heute vor allem Banken. Dann geht’s weiter in die Altstadt- eigentlich eine Enttäuschung, denn das was wir uns erhofft hatten bekamen wir nicht zu sehen. Eine künstliche Stadt mit beleuchteten Dächern, wie bei uns auf dem Weihnachtsmarkt.
Das letzte Ziel war die Fussgängerzone. Beleuchtet und geschäftig ging es zu. Die Geschäfte haben bis 22 Uhr geöffnet und alles was wir vorher in den Parks gesehen haben- tanzende und singende Menschen, traf man hier an. Quasi auf der Hohen Straße in Köln, die nur 3x so breit ist.








Freitag, 21. September 2012

Reisebericht 21.9.


21.9.
5. Tag (Fr): Xian
Der Tag steht ganz im Zeichen der weltberühmten „Tönernen Armee”. Diese Sensation wurde eher zufällig im Jahre 1974 von Bauern entdeckt, die einen neuen Brunnen ausheben wollten. Mehr als 7.000 überlebensgroße Krieger- und Pferdefiguren sollten das Grab des ersten Kaisers Qin Shi Huangdi bewachen. Jede der Terrakotta-Figuren wurde in mühe-voller Kleinarbeit mit individuellen Gesichts-zügen versehen und repräsentiert so die unterschiedlichen Volksstämme des Landes. Die eigentliche Grabkammer des Kaisers ist bis heute noch nicht geöffnet. (F, M)

Um 8 Uhr gehe ich frühstücken- wieder das überaus reichhaltige Buffett. Ich bleibe bei meinem gewohnten Frühstück, denn bei den vielen Mahlzeiten warten an allen Ecken die Kalorien.
Um 9 Uhr werden wir am Hotel von unserem Reiseleiter abgeholt. Nach einigen Reklamationsgesprächen, wegen kaputt gegangener Koffer, gehen wir zu Fuß zur Wildgans- Pagode, dem Wahrzeichen von Xian. Sie liegt 5 Minuten Fußweg entfernt. Dieses 7 stöckige Gebäude ist 1300 Jahre alt und einem Buddha geweiht.
Vom Hotel aus fahren wir zu einer Jade -Schleiferei mit Verkaufshalle. Uns wird erklärt wo Jade in China vorkommt, wodurch sie sich unterscheidet, welche traditionelle Bedeutung sie hat, wie man die Echtheit erkennt und wie sie bearbeitet wird.
Der Verkaufsraum ist groß, obwohl ich eigentlich an einem Kettenanhänger interessiert bin, verlasse ich als erste den Saal- ich mag nicht mehr...
Von hier aus werden wir wieder zu einer „Abfütterungsstation“ gefahren, dann besuchen wir die Stadtmauer, dann ist frei. Vielleicht kann man in der Stadt bleiben.




Donnerstag, 20. September 2012

Reisebericht 20.9.



20.9.


4. Tag (Do): Xian
Am Morgen kommen Sie in Xian an. Xian gehört zu den bedeutendsten Kaiserstädten Chinas und war rund 1.080 Jahre die Hauptstadt für 11 Dynastien. Wir führen Sie heute zur Stadtmauer, von wo aus Sie einen guten Blick über die Stadt haben. Die mingzeitliche Mauer wurde rekonstruiert und mit 4 Toren versehen. Danach unternehmen Sie einen Spaziergang durch die Altstadt von Xian. Fühlen Sie sich zurückversetzt in vergangene Zeiten, Sie erhalten viele interessante Einblicke in den Alltag der hier lebenden Chinesen. Inmitten der Altstadt befindet sich die Große Moschee, die Sie besichtigen werden. Die heutigen Gebäude stammen aus der Ming-Zeit und geben der wunderschön gestalteten und beschaulichen Anlage das Aussehen eines chinesischen Tempels. Die Moschee gehört zu den größten des Landes. Zum Abschluss des Tages führen wir Sie zur Großen Wildganspagode. Sie ist das Wahrzeichen Xians und besticht durch ihre Schlichtheit. Übernachtung im Garden Hotel 4 Sterne. (F, M)

Ich habe, im Gegensatz zu den anderen, super gut geschlafen. Kurz vor 8 Uhr erreichen wir Xian (eine 7,5 Millionen- Stadt). Im Vergleich zu Peking klein und beschaulich.
Unser Reiseleiter erzählt von den politischen Unruhen , die seit einigen Tagen hier in der Stadt herrschen. Es geht gegen die Japaner, die Besitzansprüche auf eine Insel mal wieder anmelden und die Muslime, die gegen die Amerikaner demonstrieren- diese Stadt scheint eine Demonstrations- Hochburg zu sein. Unser Hotel ist super... es liegt etwas ausserhalb in der Nähe der Pagode.
Als erstes wird gefrühstückt.
Das Buffett übertrifft alles das, was man sonst am Mittag oder Abend bekommt. Warmes Essen aller Art, europäisches Frühstück, Obst, Kaffee und Tee.
In China wird traditionell Reis- bzw. Maisbrei als Frühstück genommen.
Dann gehen wir auf die Zimmer und um 10.30 Uhr treffen wir uns wieder, um zur Terrakotta- Armee zu fahren. Eine Programmänderung wegen der Demonstrationen.
Um 10.30 Uhr starten wir die 30 km lange Strecke zum Ausstellungsort der Terrakotta Armee. Es ist diesig, aber warm. Neben den hohen Bergen im Hintergrind sieht man unendlich viele Maisfelder. Es gibt hier 2 Ernten. Aus dem Winter den Weizen und dann wird im Juli- September Mais angepflanzt. Hier soll die Gegend der Nudeln sein, die von hier nach u.a. nach Italien gebracht wurde. Die typische Speise der Region sind Maultaschen, von denen es weit über 100 verschiedene Sorten gibt.
Das Ausgrabungsgelände ist riesig, aber wie die Chinesen so sind, perfekt angelegt.
Vom Busparkplatz gelangen wir durch eine Straße der Verkaufsstände an eine Haltestelle für Elektrofahrzeuge. Damit fahren wir zum Haupteingang.
Insgesamt gibt es 4 Ausstellungshallen; drei davon sind Ausgrabungsstätten und eine eine Ausstellungshalle. Über die Ausgrabungen sind große geschlossne Gebäude, fast wie moderne Bahnhöfe mit lichtdurchlässigen Bogendächern.
Die Ausgrabungen mit den vielen Kriegern sind unglaublich beeindruckend. Für mich viel mehr, als die verbotene Stadt.
Unser Reiseführer, ein sehr gut deutsch sprechender Mann, erklärt vor den einzelnen Hallen, was wir dort zu sehen bekommen. Ca. 2 Stunden halten wir uns in dem Gelände auf und es ist sehr interessant.
Dann werden wir durch eine lange Straße mit Verkaufsständen zu einem Restaurant geführt. Das übliche Essen, gutschmeckend langweilig.
Um 15.30 Uhr treten wir die Rückfahrt zum Hotel an, wo uns ein freier Abend erwartet.
Leider hat es mittlerweile angefangen zu nieseln. Die Luft wird dadurch besser, das Licht für die schönen Eindrücke fehlt aber jetzt.
Wieder mal waschen und ein paar Tagebuchnachträge schreiben.
Um 18.30 Uhr haben wir uns verabredet, um in der Nähe auszugehen.
Da es mittlerweile richtig regnet gehen wir ins Stadtviertel gleich gegenüber des Hotels. Dort sind vor jedem Haus kleine Verkaufsstände mit Gegrilltem, Brot, Obst, Nähwerkstatt und Getränken. Es ist sehr untouristisch. Die Leithammel gehen über die Straße in eine moderne Kneipe. Bei einem Bier wird die chinesische und EU- Wirtschaft durchdiskutiert, mit einem besonderen Blick auf die österreichischen Feinheiten ;-)

Mittwoch, 19. September 2012

Reisebericht 19.9.



19.9.

3. Tag (Mi): Beijing - Xian
Heute besuchen Sie den weitläufigen Platz des Himmlischen Friedens, auf dem sich eine Million Menschen versammeln können. Ein weiterer Glanzpunkt ist Chinas erhabenste Anlage, der Kaiserpalast. Er wurde zu Beginn des 15. Jh. vom Yongle-Kaiser errichtet und ist ein architektonisches Meisterwerk. Danach machen Sie einen Foto-Stopp am markanten Olympia-Stadion. In dieser imposanten Sportstätte wurden 2008 die Olympischen Spiele eröffnet. Zum Abschluss des Tages besichtigen Sie den Sommerpalast. Er ist der größte und am besten erhaltene Garten Chinas. Bestaunen Sie den 728 m langen Wandelgang mit seinen Bildern aus Mythen, Legenden und Romanen und schlendern Sie am künstlich angelegten Kunming-See entlang. Am Abend besteigen Sie den Zug, der Sie über Nacht in die alte Kaiserstadt Xian bringt. 1.200 km/ca. 11 Std. (F, M)

Wir starten wieder um 8 Uhr mit einem kleinen Gepäck für die Zugfahrt zum Himmelstempel. Das große Gepäck wird separat mit dem Zug nach Xian gebracht.
Da es noch relativ früh ist, sehen wir im Park des Himmelstempels viele Menschen beim Morgensport. Es wird getanzt, als Paar oder auch in Reihen und mit großen Fächern, einzelne Menschen machen Tai Shi oder sonstige chinesische Sportübungen, andere nutzen die Bäume als Hilfsmittel. Einige lassen sich den Kopf massieren, wieder andere üben auf ihren Musikinstrumenten und an einer Stelle gibt es so etwas wie einen großen Heiratsmarkt, bei dem Eltern für ihre Kinder Partner oder Partnerinnen suchen. Bei uns wären diese ganzen Sachen undenkbar- man würde ausgelacht. Die Chinesen lieben die freie Luft und sind entsprechend gerne draussen und völlig entspannt bei dieser Art des Exebitionismus.
Im der Anlage des Himmelstempels schaffe ich es, auf dem Mittelpunkt der Erde ein Foto mit dem Froschkönig zu machen.
Diesen Spaziergang genieße ich sehr, denn es gibt viel Leben im Park um den Himmelstempel zu beobachten und das Wetter ist toll.
Es bleibt viel Zeit bis zum Nachmittag, an dem die „Verbotene Stadt“ auf dem Programm steht. Wir werden quer durch die Stadt zu einem Chinesen- Markt gekarrt. Das ist im Nachhinein ziemlich blöd, denn es vergeht viel Zeit und dieser Markt ist entsetzlich. Auf 4 Etagen (mindestens Kaufhof- Köln Größe) verkaufen Händler in kleinen Marktständen ihre Waren: Bekleidung, Uhren, Elektronik, Seide, alles und natürlich nur „echt“. Es wird gehandelt was das Zeug hält. Man darf nichts anschauen, die vielen Verkäufer schauen den Kunden genau in die Augen und holen das, was man kurz fixiert hatte hervor und halten einem einen Taschenrechner mit einer eingetippten Zahl vor die Nase. Diese Preise sind dann bis zum 10- fachen von dem, was letztendlich bezahlt wird. Mit einem T- Shirt habe ich diese Prozedur mitgemacht. Angesehen, TR mit Zahl (120 Yuan), ich gebe 60 Yuan ein, ich will eine größere Größe, auspacken, anhalten, genervte Verkäuferin, noch eine größere Größe, noch einmal auspacken, vor Spiegelanhalten, ich sehe: viel zu kurz,
Verkäuferin hält tiefer, ich will nicht, sie geht mit dem Preis runter, ich will immer noch nicht, sie wird ärgerlich, ich will immer noch nicht und gehe.... aber aus diesen Laden ganz heraus.
Nebenan ist ein Einkaufcenter im westlichen Stil mit Markengeschäften wie Esprit, Adidas, Apple, …. Hier fühle ich mich wohl und ziehe alleine meine Runden bis zum Treffen am Bus.
Wir müssen wieder quer durch die Stadt zum Platz des himmlischen Friedens und zur verbotenen Stadt. Da für anschließend eine Altstadttour geplant ist, komme ich noch einmal mit. Ich hatte überlegt einen Stadtbummel in der Einkaufsstraße zu machen, denn die offizielle Besichtigungstour hatte ich ja schon miterlebt.
Nun ja- die Mittagssonne brennt und der Platz des himmlischen Friedens ist ohne Schatten. Mit meinem Schirm als Sonnenschirm wirke ich wie ein Profi.
Vorbei am Mao- Mausoleum, dem Nationalkongress und dem Nationalmuseum erreichen wir nach ca. einer Stunde den Eingang zur verbotenen Stadt. Ein großes Mao- Bildnis hängt über den mittleren Eingang, der dem Kaiser vorbehalten war. Mit einer großen Menschenmenge ziehen wir durch die vielen Tore und Tempel. Tempel der höchsten Harmonie, Tempel der vollkommenen Harmonie, Tempel zur Bewahrung der Harmonie... eigentlich interessiert mich der Unterschied- es sind wohl Beschreibungen, die nur Chinesen verstehen können.
Diesmal dauert mir der Aufenthalt viel zu lange, denn eigentlich wollte ich ja auch gar nicht mehr mit...
Am Ende stellt sich heraus, dass wir nun so lange unterwegs waren, dass der Altstadtbesuch ausfällt. Wir werden zum essen gefahren. Ein kleines Lokal mit der üblichen Einheitsküche. Da ich kein Mittagessen hatte, schmeckt es mir wieder gut.
Von hier aus werden wir zum Westbahnhof gebracht, wo um 20.45 Uhr unser Zug nach Xian startet. Wegen des dichten Verkehrs in Peking fahren wir recht früh los und sind über eine Stunde vorher da. Um in das Bahnhofsgebäude zu gelangen muss eine Sicherheitskontrolle durchlaufen werden. Ein Bahnhofsgebäude, das von innen wie in einem Flughafen ist. So viele unterschiedliche Menschen sind unterwegs. Touristen wie wir, Handelsreisende, Bauern mit Säcken und Eimern, Frauen mit kleinen Kindern....
Wir fahren erster Klasse, d.h. wir haben ein Vierbettabteil. Zweiter Klasse- Abteile haben 6 Betten- je 3 übereinander und in der 3. Klasse kann man nur sitzen. Da unsere Reisegruppe aus 13 Personen besteht, bleibt eine/r übrig bei den 4- Bettabteilen, das bin ich. Ich bin gespannt auf meine Abteilgenossen. Drei Chinesen mit nem Kontrabass- oder was? Nee, es waren 3 deutsche Touristen, die mit Marco Polo unterwegs waren. Eine jüngere Frau mit ihrem Vater und eine ältere Dame, mit der ich mein Bett unten getauscht habe, da sie nicht oben schlafen wollte. So kam ich wieder zu meinem gewohnten Zugbett und habe gleichzeitig eine gute Tat getan. Die junge Frau kam mir von Ansehen unheimlich bekannt vor- ich habe sie gefragt, ob sie aus Köln komme... Ja sie kam, aber weiter sind wir nicht gekommen, woher ich sie kennen könne.
 Ich gehe schnell schlafen und schlafe prima und lange.
Die 1100 km vergehen wie im Schlaf...