Samstag, 19. Januar 2013

Cook Island 3.Tag


Mittwoch, den 9.1.2013 wieder so um die 19 Uhr

Eine gut durchgeschlafene Nacht liegt hinter mir und ich werde vom tosenden Geräusch des Pazifiks geweckt.
Es gibt mein obligatorisches Frühstück: 2 Toast, 1 Ei, 1 Käse-Marmeladen- Brot, Saftschorle und Kaffee natürlich.
Meinen Internet Zugang bekomme ich nur in der Nähe der Rezeption, denn dort steht das Modem über das ich mich einwählen kann. C. begrüßt mich wieder mit Küsschen links und rechts und „ Sweet Darling“ „Sweet Heart“- schade, mit der Art komme ich nicht zurecht und diese Kontaktmöglichkeit fällt von meiner Seite aus.
Mein Plan für heute ist schwimmen gehen und die Inland Road zu fahren. Mit meinem Moped geht’s los und schneller als ich mich versehen kann bin ich schon durch Muri Beach durch. Ich muss besser auf Zufahrten zum Meer achten. Die erste Gelegenheit direkt an den Strand zu kommen nutze ich.


Hmmm, ich bin offenbar zu fimmschig- ohne Badeschuhe will ich nicht ins steinige und korallige Meer. Nun gut, dann mache ich zu mindestens einen Strandspaziergang und den teilweise auch durchs Wasser. Heute war ich so clever alle meine Wertsachen wegen meiner Schwimmpläne zu Hause zu lassen, und was passiert, die Speicherkarte des Fotoapparates ist voll und später auch noch der Akku leer. Mit wenigen Fotos muss ich dann wohl erst einmal nach Hause. Beim Rückweg auf der Suche nach Strandschätzen stieß ich auf eine kleine rote Muschel, die ich mitgenommen habe. Plötzlich zwickt mich diese Muschel. Ein kleiner Krebs lebt darin und findet das gar nicht gut von mir durch die Gegend getragen zu werden. Ich habe mich auch ganz schön erschrocken und gehe jetzt wachsamer am Strand entlang.

Viele kleine Krebse sind unterwegs und laufen immer seitwärts in ihre Löcher. Dann komme ich an eine Stelle, an der ganz viele kleine Muscheln spazieren gehen. Ich schaue dem ganzen interessiert zu und lösche noch Fotos, damit ich doch wenigstens ein paar von diesem Schauspiel machen kann.
Gegen 12 Uhr bin ich wieder zu Hause und springe erst einmal in den kleinen Pool, denn das Meer vor meiner Terrasse ist nicht beschwimmbar. Die Mittagssonne brennt so sehr, dass ich beschließe eine Pause hier einzulegen und erst um 14 Uhr wieder zu starten. I
Mit Jogurt und einem Apfel komme ich gut über den Mittag; Hunger habe ich eh kaum. Wahrscheinlich habe ich viel zu viel zu Essen dabei und gekauft. Für den Wein sehe ich jetzt beim Schreiben aber gute Chancen dass er leer wird ;-)
Nach der Siesta auf der Terrasse und einem Kapitel lesend auf dem Bett starte ich abermals nach Muri Beach, um ein Kajak zu mieten. Diesmal fahre ich einfach durch einen Schotterweg ans Meer und siehe da- ich stehe am Jachtklub und an einer Kajakvermietung direkt mitten in der Lagune. 3 Stunden für 20 Dollar sind gut. Mit meinem neuen Kathmandu Wassersack starte ich. Das Wasser ist seicht und Kajaks, Kittsurfer und spielende Kinder /Familien tummeln sich hier. Ich paddele einfach mal in Richtung der anderen Kajaks und schaue was die so machen. Auf der Höhe der Inseln fangen die Korallenbänke an. Durch die Lagune werden die großen Wellen abgehalten und man kann sich wunderbar treiben lassen. Dann umrunde ich die westlichste der Inseln und fahre zur Mittleren, denn dort ist viel Betrieb und ich erhoffe mir dort einen kühlen Drink. Leider falsch- hier sind die Lagunen Kreuzfahrer gelandet und das ist eine geschlossene Veranstaltung. Nach einer kurzen Rast im Schatten nehme ich mein erstes Bad im Meer. Wunderbar! Erfrischt starte ich die letzte Paddeletappe in Richtung östliche Insel. Der Wind briest auf und die Sonne scheint mir zu sehr auf den Rücken, dass ich den Rückweg antrete. Vorbei an einer Hochzeitsgesellschaft in einem Strandlokal und zwischen den spielenden Kindern paddel ich zu meinem Ausgangsort. Im Yachtclub trinke ich eine Cola und esse ein leckeres Vanilleeis.



Jetzt bin ich gut gerüstet für die Inland Road. Sobald sich die Möglichkeit bietet rechts abzubiegen, tue ich das. Auf großen Grundstücken stehen die kleinen bunten Häuschen mit ihren offenen Veranden. Die Wäscheleinen hängen voller Wäsche.



 Immer gibt es einen Garten dazu und überall laufen Hühner und Hähne herum. Die wissen wahrscheinlich wo sie hingehören- Zäune oder Gehege gibt es nicht. Dass auf jedem Grundstück mit Blumen geschmückte Gräber sind finde ich schon fast normal. Von dieser Tradition der Maori in Nz hatte ich ja schon gehört. Leider erkenne ich nicht, was hier angebaut wird, vermutlich auch Tabak. Angelikas Pflanzen- und Naturkunde fehlt mir sehr. Außer Kokosnüsse und Bananen erkenne ich nichts. Die vielen Früchte sind mir unbekannt. Überall stehen rote und orangene Bäume und Sträucher in der letzten Phase ihrer Blüte. Ich glaube es ist Hibiskus. Das werde ich gleich im Reiseführer versuchen zu ergründen. Ziegen und hin und wieder auch Schweine stehen auf den Grundstücken und natürlich immer und immer die Kokospalmen.















































Heute ist wohl Müllverbrennungs-Tag- an Zig verschiedenen Stellen wird- oft in Metallfässern- der Hausmüll verbrannt. Das stinkt entsetzlich.
Vorbei am Gefängnis und am Krankenhaus passiere ich diesmal den Flughafen von der anderen Seite.







In Avarua angekommen ziehe ich meine bereits bekannten Kreise und fahre wieder an der Kirche vorbei. Hier scheint es täglich um 18 Uhr einen Gottesdienst zu geben, denn Flip Flop- Träger im Anzug und weiß gekleidete Frauen mit schön geschmückten Strohhüten strömen in Richtung Kirche. Gestern habe ich noch an einen besonderen Anlass gedacht.
Über die Inland Road fahre ich nun endgültig nach Hause. Der erste Weg führt unter die Dusche.
I

Cook Islands 1./2. Tag



Dienstag, den 8.1.2013 der 1. und 2.

19 Uhr Ortszeit
So, nun sitze ich hier auf Rarotonga auf meiner Terrasse und habe keine 10m von mir entfernt das Meer, davor Palmen und einen leider wolkenverhangenen Himmel.
Das war nun mein zweiter 8. Januar 2013- schon komisch, dass sich die Tage doppeln. Am Ende dieser Reiseetappe werde ich ja einen Tag einfach aus meinem Leben streichen müssen, es lohnt sich also nicht wirklich auf diese Weise den Alterungsprozess aufhalten zu wollen.
Nach 3 Monaten Tagebuch- Abstinenz versuche ich nun einmal meine Eindrücke niederzuschreiben. Der Flug von Christchurch nach Auckland war ohne Probleme, leider ohne Fensterplatz, so dass ich die Landschaften, die ich ja nun von der Erde aus kenne von oben zu betrachten- das Wetter wäre dafür ideal gewesen.
Diesmal habe ich einen Fensterplatz. Ich versuche zu erkennen wo ich schon gewesen bin. Natürlich erkenne ich Teile von Auckland- den One-Tree Hill und den Fernsehturm und auch ein paar Boote. Nach einer kurzen Meerpassage überqueren wir vermutlich die Coromandel Halbinsel. Obwohl wunderschöne Sandstrände zu erkennen sind, erkenne ich nichts wieder, weder Port Jackson noch Hahei. Egal- es geht ja jetzt auch in die Südsee und ich freue mich darauf.
Meine australische Sitznachbarin ist ganz begeistert von den Cook Islands- sie reist immerhin zum 2. Mal mit ihrer Familie dorthin. Offenbar bin ich in meiner Jeans und meinem kurzärmeligen T-Shirt ihrer Meinung nach viel zu warm angezogen für das, was mich in 3,5 Stunden erwarten soll. Mal schauen- hier im Flieger fühle ich mich durchaus richtig angezogen....
Es wird schnell dunkel und nach hinten geschaut erkennt man einen grandiosen Sonnenuntergang. Ganz viel rot und schwarz- nach vorne ist einfach nur dunkele Nacht. Der Flugschreiber sagt auch, dass wir uns in der Nähe der Datumsgrenze bewegen. Ich stelle meine Uhr um und schlafe noch ein wenig, denn wir kommen ja gestern um 1.30 Uhr in der Nacht an. Beim Ausfüllen der Einreise- und Zollerklärung wird mir ein wenig mulmig. Sind die hier wohl genau so komisch wie bei der Einreise nach NZ? Die Fragen nach Pflanzen und tierischen Produkten, z.B. Honig deuten sehr darauf hin. Was bleibt mir nichts anderes übrig, als anzugeben, dass ich da etwas dabei habe und auch Alkohol- ganze 2 Liter Wein.


Bei der Einreise läuft es ganz schnell. Das ging ja schon mal gut. Direkt hinter dem Einreisetresen laufen die Koffer durch- quasi alles in einem Raum. Wie wird das nun am Zoll? Kofferdurchleuchtung? Meine Zollerklärung wirft Fragen auf. Ein älterer Herr interessiert sich für meine kleine Handgepäcktasche. Immerhin ist da eine Flasche Wein drin. Nun befragt er mich zu meiner Zollerklärung. Ich sage ihm, dass ich ein paar Sachen für mein erstes Frühstück hier dabei habe und er und seine Kollegin geben sich damit zufrieden und wollen meine Sachen gar nicht erst ansehen.
Puh- nun nur noch meinen Transfer finden. Viele Veranstalter stehen mit Schildern in der Ausgangshalle und eine Offizielle, mit Flughafenuniform kommt auf mich zu und hilft mir weiter. Sie verweist mich an einen Tresen und dort frage ich nach dem Sunrise Beach Bungalow Park. Die Leute dort deuten auf eine hinkende Frau mit einer Socke und einem Flip Flop. Ich gehe zu ihr und sie überfällt mich mit einem Redeschwall. Sie ist alles andere als das, was man sich als polynesische Frau vorstellt. Dünn bist dürr, groß, mit ganz harten Gesichtszügen und scheinbar hyperaktiv. Sie rennt noch hin und her und kommt zurück und sagt zwar, dass noch ein Paar ankommen muss, sie mich nun aber schon in den Park bringt. Ich steige in einen recht neuen japanischen PKW ein, den man kaum hört. Sie kutschiert mich durch den Hauptort Avarua. Es ist stockdunkel und nichts zu erkennen. Während der Autofahrt kommt ein wenig relaxtes Gefühl auf. Man fährt hier nicht schneller als 50km/h. C.`s Redeschwall ist vielleicht auch dazu da, dass sie selber wach bleibt. Ihr „Darling“ oder „Lovley Margareta“ geht mir schon ziemlich auf den Wecker. Da ich im Finsteren ankomme, erkenne ich sowieso nichts von der Umgebung. Mit der „Seaside“ soll es diese Nacht aber noch nicht klappen- was soll`s. Es ist feucht in der Luft und immer noch recht warm und das Häuschen riecht nach Müpfel. O.K. Was will man erwarten, wenn man direkt am Meer wohnen will und das Klima das seine dazu tut.
Ich ziehe ein und C. fährt zurück zum 9 km entfernten Flughafen. Ich gehe ins Bett und bin hellwach. Das Buch, was ich nun anfange zu lesen hilft mir aber auch noch nicht in den Schlaf- die nicht zu erkennende Fremde scheint mich zu beschäftigen.
Dann bringt die Nacht mir doch noch den erhofften Schlaf. Um 9.30 Uhr werde ich erst wach und mache mir ein Frühstück. Weisses Toastbrot, Philadelphia, Honig und Marmelade. Und Kaffee natürlich- draussen auf der Terrasse mit Meerblick aber durch eine Häuserlücke hindurch.

Hier gibt es außer Hühnern und einem Hahn, 2 Hunden und 3 Katzen unzähliges Kleingetier- wohl üblich für diese Gegend. Die Ameisen und Käfer tun aber nichts und machen mir auch nichts aus. Auf dem Grundstück hier ist mitten zwischen den Bungalows auch ein Friedhof mit uralten Gräbern, aber auch eins neueren Datums. Diese Art Friedhöfe sieht man überall.
Nach dem Spülen gehe ich dann zu den Gastgebern. Wir besprechen was ich so vorhabe.
Ich möchte ein Moped mieten und meinen Tagesausflug nach Aitutaki machen, einer kleineren Nachbarinsel, die Angelika mir sehr ans Herz gelegt hat. B., C. Partner fährt mich und ein junges niederländisches Pärchen zur Mopedvermietung nach Muri. Es geht alles sehr korrekt und wichtig zu, d.h. es braucht entsprechend Zeit. Um 12 Uhr bin ich dann endlich Mieterin einer kleinen 125 ccm Automatik Yamaha. Bis Sontag um 12 Uhr soll dieses Gefährt jetzt meins ein. Jetzt muss ich nach Avarua zur Polizei, um mir die offizielle Driver Lizenz zu erwerben.
Die Polizeistation ist gar nicht zu verfehlen, denn die Mopedreihen, die davor stehen sind nicht zu übersehen. Ca. 15 Personen sind vor mir daran mit Führerschein aus dem Heimatland vorlegen und Passfoto machen lassen und 20 Dollar bezahlen und dann einen richtigen laminierten Führerschein zu bekommen. Es ist sowieso High Noon, so dass ich ganz froh bin im Schatten zu stehen. Der Schweiß tropft trotzdem aus jeder Pore. Nach ungefähr einer Stunde bin ich fertig. Gleich spreche ich den ersten Passanten auf der Straße an, ob er mich mit meinem neuen Führerschein vor der Polizei fotografieren kann.
Das Ganze ist eine gute Einnahmequelle für den Staat(?) und so ca. 4-5 Beamten haben eine Dauerstellung.

Nun mache ich mich auf einen Erkundungsgang zu Fuß durch die westliche Seite des Orts.
Danach mache ich meinen Wocheneinkauf und fahre nach Hause, denn da steht mir ja noch ein Umzug bevor. Mein neues Heim ist heute noch angestrichen worden- von außen.
Es ist immer wieder bedeckt am Himmel und es fiselt auch, aber gleichzeitig ist es so warm, dass man sich darüber freut. Beim Moped- Fahren mache ich es übrigens so, wie ich es zu Hause nie machen würde- ich fahre mit kurzer Hose und Top, aber mit Helm, was schon für Aufsehen sorgt.
Vor dem Abendessen will ich aber auf jeden Fall die Insel einmal umrunden. Die gut 30 km sind ja mit kleinen Stops bei einer Geschwindigkeit von 40- 50 km/h in einer Stunde zu schaffen. Einige Fotostops muss ich einlegen, bevor ich dann durchgeschwitzt mein zu Hause erreiche.
Eine Stunde konnte ich noch im Hellen draussen auf der Terrasse sitzen, um 20 Uhr ist es hier so stockdunkel, dass man nicht mehr nach draussen möchte.